11 Wochen Babyglück: So schön… anstrengend.

von | Jul 6, 2018 | Baby & Kind, Familie | 7 Kommentare

Baby mit Schnullerkette

Süße Mädchenkleider, Stadtbummel mit dem Kinderwagen im schönsten Sonnenschein, ein Eisbecher beim Lieblingsitaliener – Joa, so in etwa habe ich mir mein Dasein als Mama eines Sommerbabys vorgestellt. Die ersten Wochen natürlich erst einmal langsam machen, aber dann, nach dem Wochenbett, dann genießen wir das Familienleben zu viert und den Sommer so richtig!
Da war Mutti aber voreilig mit ihrer Wunschvorstellung. Denn genau dabei ist es geblieben: beim Wunsch. Stattdessen mussten wir uns innerhalb kürzester Zeit umorientieren und unseren Alltag an „etwas“ Essentielles anpassen: ein oft, sehr oft, weinendes Baby.

Ein gut gemeinter Rat an alle Mamas, die ihr zweites Wunder erwarten: war euer erstes Baby ein pflegeleichtes Anfängerkind? Sehr schön. Geht bloß nicht davon aus, dass es wieder so kommen wird. Ich meine, wenn doch, dann freut euch darüber! Und dankbar, seid dankbar. Aber erspart euch die Enttäuschung und geht nicht davon aus, dass es wieder ein Spaziergang wird.
Ich spreche aus Erfahrung. Eigentlich wusste ich gar nicht, dass mein Sohn vor 2,5 Jahren ein totales Anfängerbaby war. „Normal halt“, hätte ich damals gesagt. Nun weiss ich es besser. Er war eins – ein Baby, nach welchem man sich sehr schnell ein zweites gewünscht hat. Wieso auch nicht? Es lief schließlich alles sowas von prima.

Und dann kam Nika.

Nika ist ein bezauberndes kleines Mädchen. Also viel besser hätten wir sie nicht hinkriegen können! Sowas von süß und wenn sie lächelt?? Ohh, die Sonne geht auf! Ja, wenn sie es denn macht. Denn Nika ist auch eins: ein schnell reizbares Baby. Oder eins, was ziemlich schlimm an Blähungen leidet. So wirklich haben wir das nicht herausfinden können. Bauchschmerzen hat sie auf jeden Fall – mittlerweile haben wir alle möglichen Anzeichen dafür studiert. Sie ist ausserdem anfällig dafür, die Eindrücke drumherum in ziemlich großen Mengen aufzusaugen und hat Schwierigkeiten, diese in Ruhe zu verarbeiten. Abschalten fällt ihr tagsüber besonders schwer. Oder stecken wir in einem never-ending Entwicklungsschub? Möglich. Das alles äußert sich auf jeden Fall in Unruhe. Teilweise hysterischer Unruhe. Schreianfällen von Feinsten. Unser kleines süßes Baby war in den letzten Wochen selten zufrieden. Ja, die Aussage kann man so stehen lassen.

Ein Schreibaby? Ja. Nein. Doch? Ich weiss nicht recht. Ich habe keinen Vergleich, aber ich würde sagen, es geht bestimmt noch schlimmer. Die Nächte sind nämlich größtenteils tatsächlich ganz gut. Nur der Tag hat es in sich, und zwar so richtig. Ganz lange konnten wir Nika nicht einmal ablegen. So gar nicht. (Und sie ist übrigens kein leichtes Baby, hallo Bizeps!). Mittlerweile ist es schon besser geworden, was wirklich eine riesige Erleichterung ist. Sie liegt nämlich gerne in ihrer Federwiege und lässt sich sanft auf und ab wippen. Das ist dann die Zeit, in der wir essen, duschen oder gemütlich aufs Klo gehen können. Hey, man lernt die freien Minuten/ Stunden ganz anders zu schätzen, sage ich euch! Immer überall Positives sehen, ne?

Our home is our castle.

Und wie war das mit äußeren Reizen? Ja, die meiden wir. Die Fahrt in ein Supermarkt, auf den Spielplatz mit Demian und eine Runde mit dem Hund gehören zu unserer Routine. Selbst Besuch meiden wir. An Tagesausflüge ist absolut nicht zu denken. Überhaupt haben wir gelernt, uns überhaupt gar nichts vorzunehmen – klappt nämlich erfahrungsgemäß nicht wirklich. Zwei Mal standen wir schon vor einem Wildpark und sind wieder umgedreht. Mit einem schreienden Baby Rehe und Ziegen füttern ist irgendwie doch nicht so der Brüller (ha, was ein Wortspiel!). Für unseren Sohnemann tat es mir schon einige Mal leid, denn natürlich musste auch er etwas zurückstecken. Wie gern hätte ich mir ihm gemütliche Stunden am See verbracht, zum Beispiel. Aber mit unserem Neuzugang bisher leider nicht möglich. Glücklicherweise ist der Spielplatz für Demian zur Zeit aber definitiv THE place to be und er vermisst ganz sicher keine Ausflüge. Aber dennoch, ich als Mama möchte ihm wirklich mehr bieten als nur das. Nun ja, so ein wenig sind uns da momentan die Hände gebunden. Seine Schwester bestimmt den Alltag. Und bislang halten wir uns überwiegend Zuhause auf. Our home is our castle, so zu sagen.

Heute ist Nika genau 11 Wochen alt. Und ich hoffe, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: es wird in Minischritten besser. Wahrscheinlich sollte ich das gar nicht aussprechen geschweige denn niederschreiben – Aberglaube und so. Aber tatsächlich erleben wir seit einigen Tagen ein etwas entspannteres Kind. Noch lange nicht so entspannt, dass ich mich mit ihr in die nächste Eisdiele setzen würde. Aber dennoch so entspannt, dass ich sie vor mich auf das Sofa legen kann und einfach mal 10 Minuten mit ihr sprechen bzw spielen kann. Und sie schaut interessiert und quiekt sogar fröhlich, statt direkt die Schnute zu verziehen. Das, meine Lieben, ist wirklich ein Segen, wenn man wochenlang anderes gewohnt war. Die Laune steigt direkt ins Unermessliche, wirklich! Und sofort kommt die Hoffnung wieder hervorgekrochen, dass es nun bergauf geht. Dass entweder die Verdauung nun besser mitspielt, der ewige Schub vorbei ist oder sie sich hier auf der Welt einfach wohler fühlt.

Daher drückt uns bitte die Daumen, dass es auch wirklich weiterhin besser läuft! Das können wir wirklich gebrauchen. Ich möchte mich nämlich auch wieder mehr dem Blog widmen können! Denn hier kam in letzter Zeit wirklich alles zu kurz: der Blog, der Haushalt, die Zweisamkeit.. und und und. Es wird Zeit für einen Aufschwung! Für einen entspannten Familienalltag und ganz ganz ganz viel Babygenuss. 🙂

Bis ganz bald,
eure Alina

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7 Kommentare

  1. Hallo Alina,
    mich interessiert eure Schlafsituation. Demian schläft auch in eurem Schlafzimmer in seinem Beistell-Gitterbett (hab ich nachgebaut ). Und Nika auf der anderen -deiner- Seite im Beistell-Gitterbett?

    Antworten
    • Hallo Telse,
      noch schläft Nika zwischen uns, bei uns im Bett. Das war anfangs auch so geplant, das hatten wir mit Demian auch so gemacht. Irgendwann mit 2-3 Monaten hatte Demian angefangen mittags in seinem Beistellbett zu schlafen und ziemlich schnell dann auch nachts. Allerdings hatte er auch nie ein Problem damit, abgelegt zu werden. Nika schon.. Daher müssen wir mal schauen, wann sie sich damit wohl fühlt, im Beistellbett zu liegen. Gebaut ist es schon und dient derzeit als Ablage.. :D.

      Liebe Grüße
      Alina

  2. Es ist wirklich unglaublich wie verschieden Kinder sind und wie unterschiedlich auch die Eltern dazu. Unsere Tochter ist nun 15 Monate und was soll ich sagen ? Ich kann sie zum Schlafen tagsüber bis heute nicht ablegen. Dennoch empfand ich sie seit jeher als Anfängerbaby. Weil: solange ich trage ist alles gut 🙂 und mittlerweile flitzt sie sonst ja auch selbst dauernd umher. Also immer dran denken : es kommt auch auf die eigene Sichtweise an, ob/wie schwer man es sich macht.

    Liebe Grüße

    Antworten
  3. Wie sieht es denn inzwischen aus? Lässt sie sich ablegen, waren die 3-Monatskoliken nach drei Monaten um?
    Wir sind auch grad in Woche 11…

    Antworten
    • Liebe Johanna,

      da erinnerst du mich daran, dass ein neues Baby-Update fällig ist! 🙂 Es ist insgesamt deutlich entspannter geworden! Genau als die 3 Monaten rum waren, waren auch die Blähungen rum.. Ob es einfach an der Zeit lag oder vielleicht doch an unseren Besuchen bei dem Osteopath – keine Ahnung! Nika ist immer noch kein Baby, das man viel ablegen kann. Aber es ist viel besser geworden und sie begnügt sich eine Zeit lang auch mit dem Spielebogen oder sitzt gerne in ihrer Babybkörn Wippe während wir z.B. was im Haushalt machen. Allerdings sind jetzt die Zähne dazu gekommen und die haben es ebenfalls in sich bei uns.

      Haltet durch, es wird bestimmt bald besser! <3
      Liebe Grüße, Alina

  4. Ah ja, das wär interessant! Auch zu wissen, ob ihr inzwischen mehr mit ihr unternehmen könnt/unternommen habt. 🙂
    Osteopath hab ich noch im Hinterkopf, falls es nicht besser wird!
    Danke für die Antwort&liebe Grüße
    Johanna

    Antworten
  5. Ich kann dich so gut nachempfinden. Wir machen mit unserer zweiten Tochter gerade das gleiche mit. Sie ist auch 11 Wochen alt und ihre Laune kippt auch ziemlich schnell. Sie hatte ziemliche Probleme mit dem Darm und nur ganz schlecht zugenommen. Die osteopathin konnte nach 10 harten Wochen endlich den Grund für das ganze Geschrei finden
    Ich hoffe sehr das sie nun etwas entspannter sein kann und die Welt ihr mehr Spaß macht.
    Und hoffentlich klappt ablegen auch bald besser! Liebe Grüße Ramona

    Antworten

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