Geburtsbericht Teil 2: „Ist es wirklich ein Mädchen?“

von | Mai 31, 2018 | Familie, Schwangerschaft | 2 Kommentare

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Erinnert ihr euch auch so schnell an irgendwelche Gerüche? Ich konserviere sie ja regelrecht in der Nase. Schon beim Betreten der Klinik, hab ich mich in der Zeit um 2,5 Jahre zurückversetzt gefühlt. Demians Geburt war auf einmal so präsent! Als quasi zufriedene und wiederkehrende „Kunden“ wussten wir genau, wo wir hin sollten. Ab zum Kreißsaal. Aber bitte mit dem Fahrstuhl, denn sooo geil war Laufen auch nicht mehr.

Was meine einzigen Bedenken bei einer Krankenhausgeburt waren? Dass wir doofes Personal erwischen. Man weiss ja nie, wen man da so antrifft. Wir hatten beim ersten Mal so Glück mit dem ganzen Hebammen- und Ärzteteam! Alles junge, motivierte Menschen, bei denen man sich wohl fühlte. Toi toi toi, dass es auch diesmal so sein würde.
Und tatsächlich – eine sehr nette, junge Hebamme begrüßte uns freundlich an der Tür des Kreißsaals, gefolgt von einer genauso sympathischen, aber erfahreneren Dame. Während Steffen mich anmelden ging, durfte ich ans CTG. Die Sonne schien durchs Fenster, es war einer der wärmsten Apriltage und es ging lustig zu. Ich scherzte mit dem Personal und veratmete zwischendurch die regelmäßigen Wehen. Na, bisher läuft es doch super, dachte ich. Jetzt bitte nur keine News à la „Muttermund ist noch verschlossen”.

„Also lange wird es nicht mehr dauern.“

Die besten Nachricht des Tages kam von der untersuchenden Hebamme. „Also lange wird es nicht mehr dauern. Der MuMu ist bei 6-7cm“ meinte sie. Mittlerweile war Steffen wieder da und wir schauten uns mit großen Augen an. Wow, das hätten wir nicht erwartet. Mir ging es wirklich noch ziemlich gut und ich hätte die Schmerzen nun wirklich nicht so eingestuft, dass die Geburt ja so gut wie „vor der Tür“ stand.

Also Tasche geschnappt und ab in Kreißsaal nebenan. Ihr glaubt nicht, wie unwirklich es uns vorkam, dass wir wohl in wenigen Stunden Eltern werden würden. Die Hebammenschülerin, die dazu kam, um uns zu betreuen, legte alles fürs Baby bereit. Und ich glaubte immer noch nicht, dass es wirklich so unkompliziert weiterlaufen würde.
Aber mein Kind meinte es gut mit mir, genau wie mein Körper. Die kommenden Stunden liefen einfach aalglatt. Wie am Schnürchen. Der Geburtsverlauf war wie aus dem Bilderbuch, würde ich jetzt mal behaupten. Ich kam mit den Wehen so erstaunlich gut zurecht, es war überhaupt nicht so unerträglich wie man es meistens so mitbekommt. Grenzwertig, ja. Aber lange nicht unerträglich.
Und so Stück für Stück kamen wir unserem Mäuschen näher. Es gab keinen Moment, an dem es irgendwie stockte oder nicht so lief wie es sollte. Demian hatte damals die Nabelschnur 2x um den Hals, was die Geburt ziemlich verlangsamte (und keiner wusste wieso, bis er da war. Surprise, surprise).

Und nun erlebte ich meine absolute Traumgeburt, ganz ohne Schmerzmittel oder fremde Einwirkung. Hätte ich das gewusst, hätte es auch ruhig eine Hausgeburt werden dürfen! Hinterher ist man immer schlauer, wie man so schön sagt.

„Ist es wirklich ein Mädchen?“

Und um 19:10 war es dann soweit, wir wurden Zweifacheltern! Ein rosa Bündel lag plötzlich bei mir auf der Brust. „Sie sieht aus wie Demian!“ waren meine ersten Worte. Und meine erste Frage nachdem ich mein Baby die ersten Sekunden begutachtet habe? „Ist es denn wirklich ein Mädchen?“. Ich sag‘s euch, ich kann über mich selbst nur den Kopf schütteln. Man könnte ja vielleicht erst schauen, ob alles dran ist? Ob das Baby einen gesunden Eindruck macht? Aber davon ging ich wohl innerlich felsenfest aus und es stand für mich ausser Frage.
Naja, immer noch besser als die Frage nach Demians Geburt. Da wollte ich scheinbar wissen, ob er hübsch ist… :-))) Zugegeben, da war ich aber etwas mehr benebelt und weiss es gar nicht mehr. Steffen hat es mir im Nachhinein so erzählt und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob er nicht flunkert. Denn wer stellt denn bitte so eine doofe Frage…. Nun ja, nur eine frischgebackene Mutter des Jahres!

Jedenfalls war es dann auch tatsächlich ein Mädchen. Also hingen die 182746 Mädchenteile nicht umsonst im Schrank. Erleichterung.
Dann stand auch schon das nächste Highlight auf dem Programm: das Wiegen und Messen der Maus. Ich weiss nicht, ob es nur mir so geht, aber ich kann so ein Baby nicht gut einschätzen, wenn ich keinen direkten Vergleich hab. Ist es nun groß oder klein? Und dann haut die Hebammenschülerin auf einmal raus: Also ich schätze 4200g. Ihr hättet mein Gesicht sehen müssen. Ich selbst hätte es gern gesehen. Ich dachte, die hat sie nicht mehr alle. So ein Riesenkind? Demian war zarte 3170g bei 49cm. In mich passt doch mit meinen knapp über 1,60 gar kein größeres Exemplar. Nun ja, doch. Es passt. Genau genommen passten 4.240 g verteilt auf 56cm und einem Kopfumfang von 38cm (!!!) perfekt in meinen riesigen runden Bauch. Wahnsinn! Ich war einfach nur geflasht, was für ein Brocken meine kleine süße Tochter war :))). Und noch erstaunlicher fand ich, dass die Geburt so toll lief und mir die Größe des Kindes absolut keine Schwierigkeiten bereitete. Hach ja, so ein Frauenkörper ist schon faszinierend, oder?!

„Wie läuft denn das mit der früheren Entlassung?“

Nach einigen Stunden im Kreißsaal zogen wir dann auf die Station und der frisch gebackene Zweifach-Papa durfte nach Hause. Ich war schwarz vor Neid, denn Demian verbrachte die Nacht bei meinen Eltern und somit hatte Steffen die ultimative Möglichkeit, auszuschlafen. Hätte ich es nicht eher verdient gehabt?! Tststs…
Meine erste Nacht als Neu-Zweifachmama war nämlich das absolute Gegenteil von erholsam. Während das Baby meiner Bettnachbarin seelenruhig im Bettchen lag und sie fröhlich schnarchte (weiss nicht, ob es wirklich fröhlich war, aber unüberhörbar), war mein Kind wach. Durchgegend. Und fand es kacke, wenn ich auf dem Bett saß. „Hey, Mama, lauf mit mir mal durch die Station. Zeig mal, was hier so abgeht!“ Und so lief ich die k-o-m-p-l-e-t-t-e Nacht mit ihr hin und her. Wirklich, also lieber noch einmal eine Geburt als SO eine Horrornacht, in der man nur müde ist, aber nicht schlafen kann. Irgendwann kannte ich alle diensthabenden Hebammen inklusive ihrer Lebensgeschichte, denn mit irgendjemanden musste ich mich ja unterhalten, um die Zeit totzuschlagen. Übrigens war ich die einzige, die non-stop wach war. Keine Ahnung, was die anderen Mamas ihren Kindern für Drogen gegeben haben. Aber die hätte ich auch gern gehabt.

Die Idee, mich entlassen zu lassen kam dann irgendwann in den frühen Morgenstunden, als es draussen heller und mir vor Augen vor Erschöpfung immer dunkler wurde. Ich hatte von vornherein eigentlich gehofft, dass ich keine 3 Tage in der Klinik würde bleiben müssen. Zum Glück hat dann auch wirklich nichts dagegen gesprochen, bereits vormittags nach Hause zu gehen. Noch schnell die Arztvisite abgewartet, mit der Ärztin gescherzt, wie es denn sein kann, dass ich meinen All-Inklusiv-Urlaub hier früher abbrechen möchte und schon durften wir gehen. Ist es nicht eins der schönsten Gefühle, die es gibt, mit seinem „neuen“ Baby das Krankenhaus zu verlassen?

Das war sie, meine zweite Geburt. Ein Erlebnis, an das ich so gerne zurückdenke und auf uns alle stolz bin. Aber am meisten auf mich, ist klar, oder?! 🙂

Liebe Grüße von einer stolzen Zweifachmama!

Alina

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2 Kommentare

  1. Ich bin froh, dass du so positiv über deine Geburt schreibst. Ich hatte ähnliche Maße mit meiner Tochter und Erlebnisse. Ich war offen für alles, wie PDA usw. Aber ich brauchte nicht’s. Ich erinnere mich sehr positiv an die Geburt und das wünsche ich jedem. Nur würde ich das nächste Mal eher ins KH, da ich schon bei 8cm war und alle etwas hektisch wurden im Kreisssaal. Obwohl im Kreisssaal war ich nicht, da ich im Vorzimmer/CTG Zimmer entbunden habe. Alles Gute euch weiterhin.

    Antworten
    • Liebe Michaela,
      ja, diese Geburt war wirklich ein sehr schöner “Abschluss”, denn nun sind wir fertig mit der Familienplanung. Sag niemals nie, aber in Moment fühlt es sich komplett an :-).
      Ich war mir übrigens auch die ganze Zeit nicht sicher, wann wir ins Krankenhaus sollten. Das war das einzige, was mich etwas gestresst hat. Aber das war dann wirklich auf den Punkt perfekt für uns.
      Alles Liebe,
      Alina

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